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Artista-Filmcamp/docs/BETRIEB.md
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Nick SzaunigandClaude Opus 5.5 c1ad9ad2ca feat: Folgeraten über Stripe Billing einziehen
Statt eigener Off-Session-Einzüge durch den Worker legt die Anwendung nach
bezahlter erster Rate einen Stripe Subscription Schedule an. Stripe übernimmt
Einzug, Wiederholungen (Smart Retries), 3-D-Secure-Links und Mahnungen.

- Gateway: Zeitplan anlegen/beenden, Rechnungen lesen; chargeOffSession entfällt
- Webhook: invoice.paid, invoice.payment_failed, invoice.payment_action_required
- Worker: fehlende Zeitpläne anlegen, überfällige Raten abgleichen,
  Zeitpläne stornierter Buchungen beenden
- Storno beendet den Zeitplan und storniert offene Rechnungen
- "Rate bezahlen" führt auf Stripes Rechnungsseite
- Migration: Booking.stripeScheduleId, Installment.stripeInvoiceId

Zeitplan-Form mit Stripe-Testuhr gegen die Test-API geprüft.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 (1M context) <[email protected]>
2026-10-05 23:52:43 +02:00

9.3 KiB

Betrieb auf RKE2

1. Images bauen

Automatisch (Gitea Actions): .gitea/workflows/docker-build.yml baut bei jedem Push auf main, bei Tags v* oder manuell per „Run workflow“ beide Images und pusht sie in die Gitea-Registry:

  • main ergibt die Tags latest und sha-<kurz>
  • v0.1.0 ergibt zusätzlich den Tag 0.1.0

Einmalig einrichten:

  • ein Personal Access Token mit Scope package als Repo-Secret REGISTRY_TOKEN hinterlegen (Repo-Einstellungen → Actions → Secrets)
  • einen Runner mit dem Label docker-builder bereitstellen (wie bei Wabenhain)

Die Manifeste in k8s/ nutzen den Tag latest. Für feste Versionen dort :latest durch z. B. :0.1.0 ersetzen (git tag v0.1.0 && git push origin v0.1.0).

Manuell:

docker build --target runner -t git.encry.de/nick.rosenloecher/artista-modelcamp:latest .
docker build --target tools  -t git.encry.de/nick.rosenloecher/artista-modelcamp-tools:latest .
docker push …   # beide Images, immer mit identischem Tag

Der Build braucht Internet für next/font (Schriften werden eingebettet), aber weder Datenbank noch Secrets.

2. Einmalig einrichten

Was ausgerollt wird: StatefulSet PostgreSQL, Services (App, Postgres), Ingress, App-Deployment (mit Migration als initContainer), zwei SMB-Volumes (Postgres-Daten, Medien) und zusätzlich:

  • der Worker-CronJob, nötig für Reservierungsfreigabe, Abgleich der Folgeraten und Mail-Wiederholung
  • ConfigMap
  • zwei NetworkPolicies (Schutz der Rate Limits und der Datenbank)

Eine eigene Sicherung im Cluster gibt es nicht, die SMB-Freigabe wird auf dem NAS gesichert.

Schritt für Schritt zum Kopieren: k8s/README.md. Die Manifeste liegen flach in k8s/ (00-namespace bis 08-networkpolicy, Namensschema wie bei Wabenhain) und werden in dieser Reihenfolge einzeln angewendet. Die Secrets kommen aus k8s/02-secret.yaml.example und werden nicht eingecheckt. Pod Security: Erzwungen wird baseline, damit der Zertifikats-Solver von cert-manager starten kann. restricted wird nur gemeldet, die eigenen Pods erfüllen es.

Zu PostgreSQL:

  • PostgreSQL auf SMB ist eine bewusste Ausnahme. SMB garantiert Sperren und fsync nicht in jedem Fall wie ein lokales Dateisystem. Bei einem NAS- oder Netzwerkausfall während Schreibvorgängen kann die Datenbank beschädigt werden.
  • Gemildert wird das durch hard, cache=strict, SMB-Verschlüsselung (seal) und ein 120 Sekunden langes, sauberes Herunterfahren. Die Rechte setzen die mountOptions, weil fsGroup auf SMB nicht wirkt: Postgres uid=70, 0700; Medien uid=1001, nur lesbar.
  • Sicherung: Die NAS-Sicherung ist für die laufende Datenbank nur mit atomaren Snapshots der Freigabe (Btrfs/ZFS) konsistent. Zusätzlicher Schutz bei Bedarf: gelegentlich einen pg_dump ziehen (Abschnitt 7).

3. Update ausrollen

kubectl -n artista rollout restart deploy/artista-modelcamp-app
kubectl -n artista rollout status deploy/artista-modelcamp-app
kubectl -n artista logs deploy/artista-modelcamp-app -c migrate   # Migrationsausgabe

Jeder neue App-Pod migriert per initContainer zuerst die Datenbank. Scheitert das, startet der Pod nicht, und die alten Pods laufen weiter.

Migrationen sind vorwärtskompatibel zu schreiben (erst Spalten ergänzen, später entfernen), damit alte und neue Pods während des Rollouts parallel laufen können.

4. Stripe

  • Schlüssel: Im Test sk_test_…, live sk_live_… (nur mit APP_ENV=production). Empfohlen ist ein eingeschränkter Schlüssel mit Schreibrechten auf Customers, Checkout Sessions, PaymentIntents, PaymentMethods und Refunds.
  • Webhook-Endpunkt: https://<domain>/api/stripe/webhook. Diese Events abonnieren: checkout.session.completed, checkout.session.async_payment_succeeded, checkout.session.async_payment_failed, checkout.session.expired, invoice.paid, invoice.payment_failed, invoice.payment_action_required, charge.refunded, refund.created, refund.updated, charge.dispute.created. Das Signing Secret gehört als STRIPE_WEBHOOK_SECRET ins Secret. Test- und Live-Endpunkt haben getrennte Secrets.
  • Zahlungsarten (Dashboard → Zahlungsmethoden): Für Ratenzahlung nur wiederverwendbare Methoden aktivieren (Karten, gegebenenfalls SEPA-Lastschrift). Checkout blendet bei Ratenzahlung ohnehin nur Methoden ein, die setup_future_usage unterstützen.
  • Folgeraten (Stripe Billing): Stripe zieht die Raten 2 und 3 über einen Subscription Schedule ein (docs/ARCHITEKTUR.md, ADR-3). Im Dashboard unter Billing → Einstellungen festlegen:
    • Revenue recovery → Retries: Smart Retries an (z. B. 4 Versuche innerhalb von 2 Wochen). Nach dem letzten Versuch: Abonnement kündigen. Die Buchung erscheint dann als „Prüfung nötig“.
    • E-Mails an Kunden: „Zahlung fehlgeschlagen“ und „Bestätigung für 3-D Secure erforderlich“ einschalten, damit Stripe selbst mahnt und Bestätigungslinks schickt. Die App schickt zusätzlich eine eigene deutschsprachige Mail mit Link zur Statusseite.
    • Der eingeschränkte Schlüssel braucht zusätzlich Schreibrechte für Products, Subscription Schedules, Subscriptions und Invoices.
  • Test lokal: stripe listen --forward-to localhost:3000/api/stripe/webhook
  • Sicherheitsnetz: Der Worker gleicht bei abgelaufenen Reservierungen und hängenden Einzügen immer mit Stripe ab. Ein verlorener Webhook führt so nicht zu verlorenen Zahlungen.

5. E-Mail

MAIL_TRANSPORT=smtp mit SMTP_HOST, SMTP_PORT, SMTP_SECURE, SMTP_USER und SMTP_PASSWORD. Den Absender (MAIL_FROM) per SPF, DKIM und DMARC für die Absenderdomain freischalten. ADMIN_NOTIFY_EMAIL erhält Hinweise zu „Prüfung nötig“. Nicht zustellbare Mails zeigt das Admin-Dashboard. Der Worker versucht jede Mail bis zu achtmal.

6. Worker

Der CronJob artista-modelcamp-worker läuft alle 10 Minuten und kümmert sich um:

  • abgelaufene Reservierungen, vorher mit Rückfrage bei Stripe
  • hängende erste Zahlungen (SEPA)
  • fehlende Stripe-Ratenpläne anlegen (z. B. nach Bestätigung einer geprüften Buchung)
  • Abgleich überfälliger Raten mit den Stripe-Rechnungen (verlorene Webhooks)
  • Ratenpläne stornierter Buchungen beenden, falls das beim Storno scheiterte
  • das Trennen der Zahlungsmethode nach der letzten Rate
  • den E-Mail-Versand
  • das Aufräumen der Rate Limits

Ein fehlgeschlagener Lauf erscheint als fehlgeschlagener Job (kubectl -n artista get jobs).

7. Sicherung und Wiederherstellung

  • Sicherung: Die NAS-Sicherung der SMB-Freigabe übernimmt das Speichersystem. Für PostgreSQL gilt das nur mit atomaren Snapshots, siehe Abschnitt 2. Im Cluster läuft kein Backup-Job.
  • Logischer Dump (empfohlen vor Updates und vor dem Live-Verkauf):
    POD=$(kubectl -n artista get pod -l app.kubernetes.io/name=artista-modelcamp-postgres -o name | head -1)
    kubectl -n artista exec $POD -- pg_dump -U artista -d artista --format=custom > artista-$(date +%F).dump
    
  • Wiederherstellen:
    1. App stoppen: kubectl -n artista scale deploy/artista-modelcamp-app --replicas=0 und den Worker-CronJob pausieren: kubectl -n artista patch cronjob artista-modelcamp-worker -p '{"spec":{"suspend":true}}'
    2. Einspielen: kubectl -n artista exec -i $POD -- pg_restore -U artista -d artista --clean --if-exists < artista-YYYY-MM-DD.dump
    3. App wieder hochskalieren (der initContainer migriert dabei), Worker fortsetzen.
    4. Abgleich: Zahlungen, die nach dem Sicherungszeitpunkt eingingen, im Stripe-Dashboard prüfen. Stripe stellt Webhooks bis zu drei Tage erneut zu (Dashboard → Webhooks → „Erneut senden“).
  • Medien: liegen im SMB-Ordner modelcamp-media und sind in der NAS-Sicherung enthalten.
  • Wiederherstellung üben: mindestens einmal vor dem Live-Verkauf in einen Test-Namespace.

8. Stornierung und Erstattung

Die Software trifft keine Storno-Entscheidung, sie setzt sie nur nachvollziehbar um.

  1. Stornieren (Admin → Buchung → „Stornieren“, Grund ist Pflicht): Offene Raten werden beendet, Platz und Gutschein freigegeben, die gespeicherte Zahlungsmethode getrennt und offene Checkout-Sessions geschlossen. Danach wird nichts mehr abgebucht.
  2. Erstatten (je bezahlter Rate, Betrag frei wählbar, höchstens bis zum gezahlten Betrag): Welcher Betrag erstattet wird, bestimmen die freigegebenen Stornobedingungen. Die Erstattung wird bei Stripe ausgelöst, der Zahlungsstatus aktualisiert sich per Webhook (charge.refunded). Ein doppeltes Abschicken wird über einen Idempotenzschlüssel abgefangen.
  3. Prüfung nötig entsteht bei verspäteter Zahlung ohne freien Platz, Doppelzahlung, Rückbuchung oder endgültig fehlgeschlagener Rate. Dann entweder „Buchung bestätigen“ (nur mit freiem Platz, sonst vorher Kapazität erhöhen) oder stornieren und erstatten.
  4. Dokumentation: Alle Schritte stehen im Protokoll der Buchung (AuditLog) mit handelnder Person.

9. Medien

Dateien (jpg, png, webp, avif, mp4, webm) direkt in den SMB-Ordner modelcamp-media legen, z. B. über den Windows-Explorer (\\nas…\artista\modelcamp-media). Die App sieht sie sofort unter /media/<dateiname>. Im Pod ist das Volume schreibgeschützt eingehängt.

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