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ApiCore/ARCHITECTURE.md
T
Nick SzaunigandClaude Opus 5.5 fe7b61c3c1 fix(api-keys): gültige Schlüssel nie durch die Fehlversuchs-Sperre abweisen
Befunde aus dem Sicherheitsreview des Branches:

- MEDIUM: Die Sperre lief vor der Schlüsselsuche und zählte auch falsch
  aufgebaute Tokens. Wer die gemeinsame Adresse (Cluster-Ausgang, Proxy)
  nutzt oder per X-Forwarded-For vortäuscht, hätte ERPNext und den Shop
  15 Minuten aussperren können. Jetzt: erst Suche über den Hash; ein
  gültiger, nicht widerrufener, nicht abgelaufener Schlüssel kommt immer
  durch; 429 nur für unbekannte, widerrufene und abgelaufene Schlüssel;
  falsch aufgebaute Tokens sofort 401 ohne Zählung. Beim Start warnt
  ApiCore, wenn TRUST_PROXY in Produktion fehlt (im Cluster gesetzt).
- LOW: Bei vollem Speicher verdrängt der Limiter zuerst nicht gesperrte
  Einträge, gesperrte erst zuletzt.
- LOW: Bewegungs-Cursor mit Jahr außerhalb 2000-2100 ergab 500, jetzt 400.
- LOW/INFO: Vertrag legt fest, dass ERPNext Produkte und Chargen bei jedem
  Lauf vollständig neu liest (Voll-Spiegel) und Bewegungen inkrementell;
  remainingQuantity ist live, Bewegungen kommen 5 Minuten verzögert.

Co-Authored-By: Claude Opus 5.5 (1M context) <[email protected]>
2026-10-12 12:00:03 +02:00

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# ApiCore – Architektur
Basiert auf [`docs/lastenheft.md`](docs/lastenheft.md). Diese Datei beschreibt, WIE die fachlichen Anforderungen technisch umgesetzt werden.
## 1. Backend – Modulschnitt (NestJS)
Ein NestJS-Modul pro fachlichem Bereich, Reihenfolge entspricht Baureihenfolge in TASKS.md:
| Modul | Zweck | Abhängig von |
|---|---|---|
| `AuthModule` | Login, Refresh, Passwort-Reset, JWT-Strategien | – |
| `UsersModule` | Benutzerverwaltung, Rollen | Auth |
| `AuditModule` | Audit-Log-Grundstruktur (Service `AuditLogService`, wird von anderen Modulen injiziert) | Users |
| `ApiariesModule` | Bienenstände | Auth |
| `ColoniesModule` | Völker, Standortwechsel-Historie, Ableger/Vereinigung | Apiaries |
| `QueensModule` | Königinnen, Volk-Historie | Colonies |
| `InspectionsModule` | Durchsichten | Colonies |
| `TasksModule` | Aufgaben, polymorph verknüpft | – |
| `VarroaModule` | Varroamessungen | Colonies |
| `TreatmentsModule` | Behandlungen | Colonies |
| `FeedingsModule` | Fütterungen | Colonies |
| `HarvestsModule` | Ernten | Apiaries, Colonies |
| `ExtractionsModule` | Schleuderungen | Harvests |
| `HoneyBatchesModule` | Honigchargen, Honigmessungen | Extractions |
| `StorageModule` | Lagerbehälter, einfache Lagerverwaltung (StockItem/StockMovement) | HoneyBatches |
| `DashboardModule` | Aggregations-Endpunkte | alle o.g. |
| `SearchModule` | globale Suche, Filter-Bausteine | alle o.g. |
| `ExportModule` | CSV/JSON/PDF-Export | alle o.g. |
| `ErpExportModule` | Nur lesender Inventar-Spiegel für ERPNext (`/api/v1/export/inventar/...`, Recht `erp-inventory:read`), Vertrag in [`docs/erp-inventar-export.md`](docs/erp-inventar-export.md) | Products, Bottling, ProductionBatches, Stock, Harvests |
Jedes Modul: `*.controller.ts`, `*.service.ts`, `dto/`, `*.module.ts`, `*.spec.ts` (Unit), `test/*.e2e-spec.ts` (Integration). Rollenprüfung über `@Roles()`-Decorator + `RolesGuard`, angewendet pro Endpunkt – niemals nur UI-seitig.
Alle Routen unter `/api/v1/...`, versioniert über NestJS `URI Versioning`. OpenAPI-Doku automatisch über `@nestjs/swagger`, erreichbar unter `/api/v1/docs`.
## 2. Frontend – Seitenstruktur (Next.js App Router)
```
app/
├── (auth)/login/
├── (app)/ geschütztes Layout mit Bottom-Nav (mobil) / Sidebar (Desktop)
│ ├── dashboard/
│ ├── apiaries/[id]/
│ ├── colonies/[id]/
│ ├── queens/[id]/
│ ├── inspections/new/
│ ├── tasks/
│ ├── varroa/new/
│ ├── treatments/new/
│ ├── feedings/new/
│ ├── harvests/new/
│ ├── honey-batches/[id]/
│ ├── storage/
│ ├── search/
│ └── settings/users/ nur Administrator
```
Zentrale Schnellaktion "+ Neu" (Abschnitt 22): permanent sichtbarer Floating-Button in der mobilen Bottom-Nav, öffnet Auswahl-Sheet (Durchsicht, Fütterung, Behandlung, Varroamessung, Aufgabe, Ernte, Volk, Königin) → direkt zum jeweiligen Schnellerfassungs-Formular, mobil möglichst 1-2 Taps bis zum ersten Eingabefeld.
Datenzugriff ausschließlich über TanStack Query gegen die Backend-API (kein direkter DB-Zugriff, kein Next.js-eigenes Datenbank-Layer) – erzwingt API-first auch praktisch.
## 3. Auth-Flow
1. Login (`POST /api/v1/auth/login`) mit E-Mail/Passwort → Access-Token (15 min, JWT HS256, `iss=apicore`, `aud=apicore:access`) + Refresh-Token (in DB als Hash, rotierend). Bei aktiver MFA zuerst ein Zwischen-Token (`aud=apicore:mfa-challenge`), das nie als Access-Token gilt.
2. Frontend hält Access-Token im Memory/React-Context, Refresh-Token als httpOnly-Cookie (`Secure`, `SameSite=Lax`, Pfad `/api/v1/auth`).
3. Bei 401 automatischer Refresh über `POST /api/v1/auth/refresh`, danach Retry. Rotation atomar; Wiederverwendung eines alten Tokens (nach 10 s Gnadenfrist für parallele Tabs) beendet alle Sitzungen. Spätestens `SESSION_MAX_AGE` (7 Tage) nach dem Login ist neu anzumelden.
4. Guards in dieser Reihenfolge: `ThrottlerGuard` → `JwtAuthGuard` (Authentifizierung, Gültigkeit frisch aus der DB je Anfrage) → `PermissionsGuard` (Berechtigung, fail-closed).
5. Maschinen-Zugriff (Wabenhain) nur per API-Schlüssel mit Scope-Allowlist und optionaler IP-Allowlist, siehe Annahme 14 und Abschnitt 9.
## 4. Datenfluss / Rückverfolgbarkeit
Kernkette (Abschnitt 16, 29) relational über Fremdschlüssel, nicht über Textfelder:
```
Apiary → Colony → (Inspection | Treatment | Feeding | VarroaMeasurement)
Apiary/Colony → Harvest → Extraction → HoneyBatch → StorageContainer
```
`HoneyBatch` referenziert `Extraction`, `Extraction` referenziert n `Harvest`s (m:n über `ExtractionHarvest`), `Harvest` referenziert n `Colony`s (m:n über `HarvestColony`) + eine `Apiary`. Damit ist "von welchem Volk stammt Charge X" eine reine Join-Abfrage, kein Freitext.
Historie statt Löschen: alle fachlichen Haupttabellen haben `status`/`deactivatedAt` statt Hard-Delete. Verschiebungen (Volk↔Stand) und Königinnenwechsel werden als eigene Historientabellen geführt (`ColonyApiaryHistory`, `QueenColonyHistory`), nicht durch Überschreiben des aktuellen Zustands.
## 5. Technische Leitentscheidungen (bestätigt, keine Abweichung)
- Validierung: **class-validator/class-transformer** (nicht Zod) – konsistent mit NestJS-Idiomatik und `@nestjs/swagger`-Decorators, ein Schema-Ort statt zwei.
- Ein gemeinsames Git-Repo im `ApiCore/`-Root für Backend + Frontend (Monorepo-artig, aber zwei unabhängige `package.json`, kein Turborepo/Nx-Overhead im MVP).
- Package-Manager: npm (in beiden Projekten, keine Vermischung mit pnpm/yarn).
- Backend-Tests: Jest (NestJS-Standard). Frontend-Tests: Vitest + React Testing Library.
## 6. Annahmen & offene Fragen
Fachliche Annahmen, getroffen weil das Lastenheft an der Stelle keine eindeutige Vorgabe macht. Bei Bedarf mit dem Fachbereich klären, aktuell aber Grundlage der Umsetzung:
1. **HoneyMeasurement als MVP-Entität**: Abschnitt 26 MUSS-Liste nennt Honigmessungen nicht explizit, Abschnitt 4.17 aber als eigenen Unterpunkt und Abschnitt 30 verlangt Wassergehalt schnell abrufbar. Da sie klein und für die Chargen-Kette relevant ist, wird sie als Teil des `HoneyBatchesModule` im MVP mitgebaut statt auf v1.x verschoben.
2. **Treatment auf Einzelvolk statt "Völkergruppe"**: Abschnitt 4.11 erlaubt "Volk oder Völkergruppe". MVP modelliert `Treatment` pro Volk (`colonyId` Pflichtfeld); eine Gruppenbehandlung wird im MVP als mehrere Treatment-Datensätze mit gleicher `batchNumber`/Notiz erfasst statt eigener Gruppen-Entität. Spätere Migration kann eine `TreatmentGroup`-Entität nachziehen, falls das in der Praxis zu unhandlich ist.
3. **Lagerverwaltung MVP-Umfang**: "grundlegende Lagerverwaltung" (Abschnitt 26 Punkt 12) wird als generisches `StockItem` + `StockMovement` (Kategorie Honig/Verbrauchsmaterial/Imkereimaterial) umgesetzt. Das detaillierte Inventar mit Wartungsdaten (Abschnitt 4.22) bleibt v1.x/"SOLL", wie im Lastenheft vorgesehen.
4. **API-Client-Rolle im MVP**: kein vollwertiger OAuth2/Client-Credentials-Server. Ein API-Client ist ein `User` mit Rolle `API_CLIENT` und einem langlebigen Service-Refresh-Token; vollwertiges Scopes-/Client-Management ist SOLL/KANN.
5. **Backup-fähige Struktur**: kein eigenes Backup-Tooling im Code. Umgesetzt als: reproduzierbare Prisma-Migrationen (kein manuelles Schema-Drift), dokumentierte `pg_dump`/PITR-Strategie in diesem Dokument (Betrieb obliegt dem bestehenden Cluster/DBA), `/health`-Endpoint für Betriebsüberwachung.
6. **Deviations vom Leitentscheidungs-Rahmen**: bisher keine. Wird ergänzt, falls während der Umsetzung ein konkreter Grund für eine Abweichung von NestJS/Prisma/Next.js/Tailwind/shadcn/TanStack Query auftritt.
7. **Dokumentenspeicher als lokales Volume (Modul 29)**: `DocumentsModule` speichert Uploads unterhalb von `DOCUMENTS_STORAGE_PATH` auf dem lokalen Dateisystem des Backend-Pods, keine Objektspeicher-Anbindung (S3-kompatibel o.ä.) im MVP/v1.x. Der Pfad ist über die ConfigMap austauschbar, wie in Abschnitt 27 des Lastenhefts vorgesehen. Wichtig für den Betrieb: das aktuelle `deploy/k8s`-Deployment läuft mit `replicas: 2` ohne geteiltes Volume – für konsistente Uploads über beide Pods hinweg muss vor Produktivbetrieb mit Dokumenten-Feature ein `ReadWriteMany`-PVC (z.B. NFS- oder EFS-basiert) gemountet und `DOCUMENTS_STORAGE_PATH` darauf gesetzt werden, sonst sieht nur der Pod, der die Datei entgegengenommen hat, sie auch beim Download wieder.
8. **Entra ID SSO ohne Auto-Provisioning**: `POST/GET /api/v1/auth/sso/*` implementiert Authorization Code + PKCE gegen Entra ID über `openid-client`. Der E-Mail-Claim aus dem ID-Token wird ausschließlich gegen einen bereits existierenden, aktiven `User`-Datensatz gematcht – es wird kein neuer Benutzer automatisch angelegt (Just-in-Time-Provisioning), passend zum bestehenden Modell, dass Admins Benutzer manuell anlegen. Eine erfolgreiche SSO-Anmeldung überspringt die App-eigene TOTP-MFA-Abfrage, da der Identity Provider bereits eine eigene (typischerweise stärkere) Authentifizierung durchgesetzt hat. Der PKCE-`code_verifier` wird kurzlebig (5 min) in einem httpOnly-`SameSite=Lax`-Cookie zwischengespeichert statt serverseitig, damit der Flow ohne Sticky-Sessions über mehrere Backend-Replicas hinweg funktioniert; der Rückweg vom Callback zum Frontend nutzt ein kurzlebiges (60 s), zweckgebundenes JWT statt des echten Access-Tokens in der Redirect-URL. `OIDC_ISSUER_URL`/`OIDC_CLIENT_ID`/`OIDC_CLIENT_SECRET`/`OIDC_REDIRECT_URI` kommen ausschließlich aus Environment-Variablen; fehlen sie, meldet `GET /api/v1/auth/sso/status` `enabled: false` und die Login-Seite blendet den "Mit Microsoft anmelden"-Button aus, statt beim Start zu scheitern.
9. **M365-Kalender-Synchronisation als einseitiger, asynchroner Push**: Abschnitt 4.25 verlangt nur einen internen Betriebskalender, keine externe Anbindung – diese Funktion ist eine reine Erweiterung ohne Lastenheft-Vorgabe. Umgesetzt als `CalendarSyncModule` (`ApiCore-Backend/src/calendar-sync/`): App-only Graph-API-Zugriff per Client-Credentials-Flow (`GraphClientService`) statt delegierter Anmeldung, da die Synchronisation unbeaufsichtigt im Hintergrund laufen muss und nicht an eine interaktive Benutzersitzung gebunden sein darf. Nutzt bewusst dieselbe Entra-App-Registrierung wie das SSO-Login (`OIDC_ISSUER_URL`/`OIDC_CLIENT_ID`/`OIDC_CLIENT_SECRET`, ausschließlich Env-Variablen) statt einer zweiten, separaten App-Registrierung – ein Enterprise-App-Objekt im Tenant genügt, sofern es zusätzlich zu den delegierten Login-Scopes auch die Application-Permission „Calendars.ReadWrite“ (Admin-Consent) erhält; die Tenant-ID wird dafür aus dem Pfad von `OIDC_ISSUER_URL` abgeleitet, statt eine weitere Konfigurationsvariable zu benötigen. Die Übertragung ist bewusst nur einseitig (ApiCore → M365-Gruppenkalender, adressiert über `groupId`); Änderungen, die direkt im M365-Kalender vorgenommen werden, fließen nicht zurück. Statt eines synchronen Push im Request-Pfad (wie beim Webhooks-Modul) nutzt `CalendarSyncOutboxEntry` ein Outbox-Muster mit minütlichem `@Cron`-Worker: Graph-API-Aufrufe sind zu langsam/fehleranfällig (Token-Refresh, Drosselung, transiente 5xx), um eine Durchsicht-/Aufgaben-Erstellung darauf warten zu lassen; fehlgeschlagene Versuche werden bis zu 5-mal wiederholt, danach bleibt der Eintrag `FAILED` bis zu einem manuellen "Jetzt synchronisieren" oder einer erneuten Änderung des Quelldatensatzes. Pro Quelltyp (Aufgabe/Durchsicht/Behandlung/Fütterung/Ernte/Königinnen-Zuordnung) ist die Synchronisation einzeln über die GUI (Verwaltung > Automatisierung > Kalender-Sync) abschaltbar; Kalendereinträge werden als ganztägige Graph-Events (`isAllDay: true`) angelegt, um Zeitzonen-/Uhrzeit-Mehrdeutigkeiten zu vermeiden, da die zugrundeliegenden Fachdaten selbst keine Uhrzeit führen.
10. **Wartezeit manuell statt aus Wirkstoff-Datenbank abgeleitet**: `Treatment.withdrawalPeriodDays` wird pro Behandlung von Hand eingetragen (laut Packungsbeilage des verwendeten Mittels), statt automatisch aus Produktname/Wirkstoff hergeleitet zu werden. Eine hartkodierte Zuordnung Produkt→Wartezeit wäre eine faktische, rechtlich relevante Behauptung über Tierarzneimittel-Zulassungen, die im Code weder aktuell gehalten noch verlässlich verifiziert werden kann; die Verantwortung für den korrekten Wert bleibt beim Imker. Die App warnt in der Ernte-Erfassung nur, wenn ein Wert hinterlegt wurde und dessen Fenster (`endDate ?? date` + `withdrawalPeriodDays`) noch nicht abgelaufen ist – sie blockiert die Ernte nicht hart, da Ernte-Datensätze auch nachträglich für bereits erfolgte, reale Ernten erfasst werden.
11. **Idempotenz per Opt-in**: Anlege-Endpunkte, die Formulare und die Offline-Warteschlange wiederholen können (Durchsicht, Behandlung, Fütterung, Varroa, Schwarmkontrolle, Ernte, Aufgabe, Abfüllung, Lagerbewegung), tragen `@Idempotent()`. Der Client sendet je Vorgang einen `Idempotency-Key`; eine Wiederholung liefert die gespeicherte erste Antwort (`IdempotencyRecord`, 90 Tage). Bewusst kein globaler Interceptor, da gespeicherte Antworten sonst Geheimnisse (MFA-Setup, Tokens) enthalten könnten. Die Tabelle ist flüchtig und nicht Teil des Backups.
12. **Automatische Aufgaben sind Vorschläge**: `Task.sourceAutomationTrigger` kennzeichnet von Regeln erzeugte Aufgaben. Je Regel und Objekt existiert höchstens eine offene Aufgabe. Keine voreingestellte Frist (fachlich nicht belastbar ableitbar); optional `config.dueInDays` je Regel. Die Varroa-Schwelle (Milben/Tag) wird nur mit Tagesraten des natürlichen Milbenfalls verglichen.
14. **API-Schlüssel für Maschinen-Zugriffe**: Integrationen (Wabenhain-Shop) nutzen einen Schlüssel `ack_…` im `Authorization: Bearer`-Header statt eines Service-Kontos mit Passwort. Gespeichert wird nur der SHA-256-Hash (32 Zufallsbytes, daher kein langsamer KDF nötig); der Klartext erscheint einmal bei der Erstellung. Ein Schlüssel ist kein Benutzer: `JwtAuthGuard` setzt `request.apiKey` statt `request.user`, `PermissionsGuard` lässt ihn nur auf Routen, deren Berechtigung in seinen Scopes steht – `@AnyAuthenticatedUser`-Routen nie. Erlaubte Scopes sind eine kurze Allowlist (`api-keys/api-key-scopes.ts`: `shop-sync:read`, `shop-sync:write`, `erp-inventory:read`); je angebundenem System ein eigener Schlüssel. Verwaltung mit `api-keys:manage`. Schlüssel sind bewusst nicht Teil des Backups: nach einer Wiederherstellung wird ein neuer Schlüssel ausgestellt.
13. **Lebende vs. beendete Völker**: Nur `DISSOLVED`, `SOLD`, `DECEASED`, `MERGED` sperren Umsetzen/Teilen/Vereinigen/Königinzuweisung (`colonies/colony-status.ts`). `WEAK`, `CONSPICUOUS`, `QUEENLESS` bleiben bearbeitbar.
15. **Bestandsbuch aus Behandlungen, nicht als eigenes Register**: Das Bestandsbuch nach Art. 108 VO (EU) 2019/6 wird aus `Treatment` erzeugt (`export/treatment-log.ts`); Lieferant, Erwerbsbeleg und verschreibender Tierarzt sind Freitextfelder der Behandlung, Name/Anschrift des Halters liegen in `SiteSettings`. Der Stand am Behandlungstag wird beim Anlegen als `Treatment.apiaryId` festgehalten (Umsetzen ändert ihn nicht nachträglich); für Altbestand wird er aus `ColonyApiaryHistory` abgeleitet und im PDF bei Unsicherheit markiert. Fehlende Pflichtangaben werden als „FEHLT“ gedruckt statt still weggelassen. Keine Wartezeit-Automatik (siehe 10).
16. **Überwinterung als eigene Einträge statt Volksstatus**: `WinterCheck` (eindeutig je Volk, `winterYear`, Saison) hält Ein- und Auswinterung; ab Juli gehört ein Datum zum Winter desselben Jahres. Verlustursachen sind bewusst nur die COLOSS-Kategorien, keine Diagnosen. Die Übersicht gruppiert nach dem aktuellen Stand des Volkes. Ein Verlust ändert den Volksstatus nur auf ausdrücklichen Wunsch (`markColonyDeceased`). Neue Rechte vergibt die Migration an Nicht-System-Rollen, weil der Katalog-Sync nur System-Rollen berechtigt.
17. **Schutz gegen Rechteausweitung in der Benutzerverwaltung**: Wer Benutzer pflegt, darf nur Konten verwalten (Passwort/MFA zurücksetzen, E-Mail ändern, (de)aktivieren) und Rollen vergeben, deren Rechte er selbst vollständig hat (`UsersService.assertWithinCallerPermissions`), analog zur Rollenbearbeitung.
18. **SSO-Bindung an die IdP-Identität**: Die erste Microsoft-Anmeldung bindet das Konto an `"<iss>|<oid>"` (`User.ssoSubject`); danach zählt nur noch diese Identität, nicht der unverifizierte E-Mail-Claim. Mandantenübergreifende Issuer (`common`/`organizations`/`consumers`) schalten SSO ab. E-Mails werden ohne Groß-/Kleinschreibung verglichen.
19. **Backups versiegelt**: AES-256-GCM über das gzip-Bundle, Schlüssel `BACKUP_ENCRYPTION_KEY` (sonst per HKDF aus `JWT_ACCESS_SECRET`). Nur versiegelte Dateien stellen Benutzer, Rollen, Webhooks und Audit-Log wieder her; Import verlangt Passwort (+ TOTP). Webhook-Secrets liegen verschlüsselt in der DB (Schlüssel aus `JWT_ACCESS_SECRET`) – für eine Wiederherstellung in einem anderen Deployment mit anderem `JWT_ACCESS_SECRET` müssen Webhook-Secrets und MFA neu eingerichtet werden.
## 7. Kubernetes
`deploy/k8s/` enthält je Projekt: `deployment.yaml`, `service.yaml`, `ingress.yaml`, sowie `configmap.example.yaml` und `secret.example.yaml` (Platzhalter, keine echten Werte). Backend exponiert `GET /health` (liveness) und `GET /health/ready` (readiness, prüft DB-Verbindung). Beide Projekte je ein schlankes Multi-Stage-Dockerfile (Build-Stage mit vollem `node_modules`, Runtime-Stage mit `npm ci --omit=dev` bzw. Next.js `output: 'standalone'`).
`deploy/k8s/postgres/` enthält das PostgreSQL-`StatefulSet` (ein Replica, `volumeClaimTemplates` für persistente Daten, `postgres:18-alpine`), den zugehörigen headless `Service` (`apicore-postgres`, DNS-Name fürs Backend) sowie `secret.example.yaml` für `POSTGRES_USER`/`POSTGRES_PASSWORD`/`POSTGRES_DB`. `deploy/k8s/backend/secret.example.yaml`s `DATABASE_URL` zeigt auf diesen Service.
## 8. Backup & Restore
**Schema-Migrationen (Reproduzierbarkeit):** Ausschließlich `prisma/migrations/` als Quelle der Wahrheit. Lokal/Entwicklung: `npx prisma migrate dev`. Gegen jede Produktions- oder Staging-Datenbank ausschließlich `npx prisma migrate deploy` (idempotent, wendet nur fehlende Migrationen an, kein Schema-Drift). `prisma db push` wird an keiner Stelle im Code, in Skripten oder im Dockerfile verwendet und ist für Produktions-/Staging-Umgebungen untersagt. Der Backend-Container führt `migrate deploy` und danach `npm run seed` selbst beim Start aus, bevor der Server Verbindungen annimmt (Dockerfile-`CMD`: `npm run migrate:deploy && npm run seed && node dist/main.js`) – kein separater Kubernetes-`Job`. Bei `replicas: 2` starten mehrere Pods potenziell gleichzeitig; das ist unproblematisch, da Prisma für `migrate deploy` einen datenbankseitigen Advisory-Lock nutzt und `prisma/seed.ts` per Unique-Constraint auf `User.email` idempotent ist (verlierender Pod bekommt einen `P2002`-Fehler, den `seed.ts` abfängt und als No-op behandelt statt den Container abstürzen zu lassen) – eine Instanz wendet die Migrationen/den Seed an, die anderen finden danach nichts mehr zu tun. `deploy/k8s/backend/deployment.yaml` hat dafür eine `startupProbe` mit großzügigem `failureThreshold`, damit liveness/readiness den Container nicht neu starten, während die (beim allerersten Deploy ggf. länger laufende) Migration noch durchläuft.
**Erster Admin-Zugang:** `prisma/seed.ts` legt beim allerersten Start (leere `User`-Tabelle) einen Administrator an (`SEED_ADMIN_EMAIL`/`SEED_ADMIN_PASSWORD`, Default `[email protected]`/`ChangeMe123!`) und gibt URL (`FRONTEND_ORIGIN`), Benutzername und Passwort einmalig im Container-Log aus. Existiert der User schon (auch deaktiviert), passiert nichts – kein erneutes Log, kein erneutes Anlegen, damit spätere Passwortänderungen nicht durch veraltete Logs verwirrend überschrieben wirken und Zugangsdaten nicht bei jedem Neustart in die Logs wandern. Ersetzen: neuen Admin über `/settings/users` anlegen, dann den alten deaktivieren (Löschen gibt es nicht, siehe "Historie statt Löschen") – die Lockout-Sperre in `UsersService.assertNotLastSystemRoleUser` verhindert ohnehin, den letzten aktiven Admin zu deaktivieren.
**Datensicherung:** Seit der Entscheidung, PostgreSQL selbst im Cluster zu betreiben (siehe CLAUDE.md), liegt die Backup-Verantwortung bei diesem Projekt, nicht mehr bei einem externen Cluster-/DBA-Betrieb. Umgesetzt als anwendungsseitiges `BackupModule` (`ApiCore-Backend/src/backup/`) statt der ursprünglich hier vorgesehenen reinen `pg_dump`/PITR-Strategie:
- **Export/Import:** `BackupService.exportAll()`/`.importAll()` sichert wirklich alle Modelle (Betriebsdaten, Benutzer/Rollen/Rechte, Audit-Log, hochgeladene Dokumente inkl. Dateiinhalt als Base64) als eine versionierte JSON-Datei; Import ist upsert-basiert (Rollen/Berechtigungen über `key`/`resource+action` statt roher `id`, damit ein Restore auch in ein anderes Deployment funktioniert) und läuft in einer einzigen `$transaction`.
- **Automatischer Zeitplan:** `BackupSchedulerService` registriert einen `@nestjs/schedule`-Cron-Job, der die Bundle-Datei periodisch auf `BACKUP_STORAGE_PATH` schreibt und alte Stände nach `BACKUP_RETENTION_COUNT` rotiert. Pfad/Zeitplan/Aufbewahrung sind sowohl per Env-Variable als auch über die GUI (Verwaltung > Backup) konfigurierbar – eine gesetzte Env-Variable hat dabei immer Vorrang vor dem GUI-Wert. Bei `replicas: 2` verhindert ein Datei-Mtime-Guard (kein DB-Lock nötig), dass beide Pods im selben Tick doppelt sichern; ohne gesetzten Pfad bleibt der Zeitplan inaktiv, manueller Export/Import über die UI funktioniert davon unabhängig immer.
- **Restore:** Über `POST /backup/import` (bzw. den Import-Dialog unter Verwaltung > Backup) eine zuvor exportierte Bundle-Datei einspielen.
Ein rohes `pg_dump`/PITR-Backup auf Infrastrukturebene bleibt als zusätzliche, komplementäre Absicherung für den Katastrophenfall (z. B. korrupte Datenbankdateien, nicht nur fachliche Daten) sinnvoll, ist aber nicht mehr der primäre, hier dokumentierte Mechanismus – die in-App-Lösung deckt den fachlichen Anwendungsfall "Daten sichern/übertragen" bereits vollständig ab.
## 9. API-Sicherheit (Stand Oktober 2026)
Grundlage: OWASP API Security Top 10 (2023) und OWASP ASVS Level 2. Umsetzung und Begründung je Punkt in `docs/pruefung-2026-09.md`, Abschnitt „API-Sicherheit“.
| Bereich | Maßnahme |
|---|---|
| Authentifizierung | JWT mit festem Algorithmus, Issuer und Audience je Zweck; MFA (TOTP) mit Replay-Schutz; Kontosperre 15 min nach 5 Fehlversuchen; gleiche Antwort für unbekannte/gesperrte Konten; bcrypt auf jedem Pfad |
| Passwörter | mind. 12 Zeichen, max. 72 Byte, Abgleich mit Have I Been Pwned (k-Anonymität, abschaltbar per `PASSWORD_BREACH_CHECK=false`) |
| Sitzungen | Refresh-Rotation atomar, Diebstahlerkennung, max. 7 Tage; Einmal-Tokens für SSO-Abschluss und MFA-Schritt |
| Step-up | Backup-Import, MFA ein/aus verlangen aktuelles Passwort (+ TOTP) |
| Autorisierung | fail-closed `PermissionsGuard`; keine Rechteausweitung über Benutzer-/Rollenpflege; Suche nur über lesbare Objektarten |
| Maschinen-Zugriff | API-Schlüssel nur als Hash (Suche über den Hash, kein Vergleich von Geheimnissen), Scope-Allowlist (`shop-sync:read`, `shop-sync:write`, `erp-inventory:read`), IP-Allowlist, widerrufbar, befristbar; Ersteller kann nur eigene Rechte vergeben; nach 20 ungültigen Schlüsseln in 15 min je IP (IPv6: je /64) `429` für weitere ungültige – gültige Schlüssel nie, falsch aufgebaute Tokens zählen nicht; Warnung beim Start, wenn `TRUST_PROXY` in Produktion fehlt; Logs nur mit Schlüssel-Präfix |
| Ausgehende Aufrufe | Webhooks: Ziel-IP beim Verbindungsaufbau geprüft (kein DNS-Rebinding), nur Port 80/443, https in Produktion, 5 s Timeout, Signatur über Zeitstempel+ID+Body |
| Transport/Antworten | `Cache-Control: no-store` (außer öffentliche Chargen-Seite), CSP `default-src 'none'`, `frame-ancestors 'none'`, keine ETags; Produktion startet nur mit https-`FRONTEND_ORIGIN` und sicheren Cookies |
| Rate-Limits | Throttler vor der Authentifizierung (100/min, Login/MFA/Refresh/Logout 10/min, öffentliche Chargen 30/min); Client-IP über `TRUST_PROXY` |
| Daten | Backups verschlüsselt und signiert, Dateien 0600; CSV-Export ohne Formel-Injection; Logs ohne Query-Strings |
**Bekannte Restpunkte (bewusst nicht umgesetzt):**
- Rate-Limits zählen je Pod im Speicher; bei 2 Replikas verdoppelt sich das Limit. Brute-Force-Schutz hängt nicht daran, sondern an der Kontosperre in der DB. Ein gemeinsamer Speicher (Redis) wäre der nächste Schritt, falls Lastspitzen ein Thema werden.
- Eine E-Mail-Änderung im eigenen Profil meldet „bereits vergeben“, wenn die Adresse existiert. Das erfordert eine Anmeldung plus aktuelles Passwort; eine generische Meldung würde Nutzer nur verwirren.