# Betrieb auf RKE2 ## 1. Images bauen **Automatisch (Gitea Actions):** `.gitea/workflows/docker-build.yml` baut bei jedem Push auf `main`, bei Tags `v*` oder manuell per „Run workflow“ beide Images und pusht sie in die Gitea-Registry: - `main` ergibt die Tags `latest` und `sha-` - `v0.1.0` ergibt zusätzlich den Tag `0.1.0` Einmalig einrichten: - ein Personal Access Token mit Scope `package` als Repo-Secret `REGISTRY_TOKEN` hinterlegen (Repo-Einstellungen → Actions → Secrets) - einen Runner mit dem Label `docker-builder` bereitstellen (wie bei Wabenhain) Die Manifeste in `k8s/` nutzen den Tag `latest`. Für feste Versionen dort `:latest` durch z. B. `:0.1.0` ersetzen (`git tag v0.1.0 && git push origin v0.1.0`). **Manuell:** ```bash docker build --target runner -t git.encry.de/nick.rosenloecher/artista-modelcamp:latest . docker build --target tools -t git.encry.de/nick.rosenloecher/artista-modelcamp-tools:latest . docker push … # beide Images, immer mit identischem Tag ``` Der Build braucht Internet für `next/font` (Schriften werden eingebettet), aber weder Datenbank noch Secrets. ## 2. Einmalig einrichten **Was ausgerollt wird:** StatefulSet PostgreSQL, Services (App, Postgres), Ingress, App-Deployment (mit Migration als initContainer), zwei SMB-Volumes (Postgres-Daten, Medien) und zusätzlich: - der Worker-CronJob, nötig für Folgeraten, Reservierungsfreigabe und Mail-Wiederholung - ConfigMap - zwei NetworkPolicies (Schutz der Rate Limits und der Datenbank) Eine eigene Sicherung im Cluster gibt es nicht, die SMB-Freigabe wird auf dem NAS gesichert. **Schritt für Schritt zum Kopieren: [k8s/README.md](../k8s/README.md).** Die Manifeste liegen flach in `k8s/` (`00-…` bis `07-…`) und werden mit `kubectl apply -f k8s/` ausgerollt. Die Secrets kommen aus `k8s/secrets.yaml.example` und werden nicht eingecheckt. Zu PostgreSQL: - **PostgreSQL auf SMB ist eine bewusste Ausnahme.** SMB garantiert Sperren und fsync nicht in jedem Fall wie ein lokales Dateisystem. Bei einem NAS- oder Netzwerkausfall während Schreibvorgängen kann die Datenbank beschädigt werden. - **Gemildert** wird das durch `hard`, `cache=strict`, SMB-Verschlüsselung (`seal`) und ein 120 Sekunden langes, sauberes Herunterfahren. Die Rechte setzen die `mountOptions`, weil `fsGroup` auf SMB nicht wirkt: Postgres `uid=70`, `0700`; Medien `uid=1001`, nur lesbar. - **Sicherung:** Die NAS-Sicherung ist für die laufende Datenbank nur mit **atomaren Snapshots** der Freigabe (Btrfs/ZFS) konsistent. Zusätzlicher Schutz bei Bedarf: gelegentlich einen `pg_dump` ziehen (Abschnitt 7). ## 3. Update ausrollen ```bash kubectl -n artista rollout restart deploy/artista-modelcamp-app kubectl -n artista rollout status deploy/artista-modelcamp-app kubectl -n artista logs deploy/artista-modelcamp-app -c migrate # Migrationsausgabe ``` Jeder neue App-Pod migriert per initContainer zuerst die Datenbank. Scheitert das, startet der Pod nicht, und die alten Pods laufen weiter. Migrationen sind vorwärtskompatibel zu schreiben (erst Spalten ergänzen, später entfernen), damit alte und neue Pods während des Rollouts parallel laufen können. ## 4. Stripe - **Schlüssel:** Im Test `sk_test_…`, live `sk_live_…` (nur mit `APP_ENV=production`). Empfohlen ist ein eingeschränkter Schlüssel mit Schreibrechten auf Customers, Checkout Sessions, PaymentIntents, PaymentMethods und Refunds. - **Webhook-Endpunkt:** `https:///api/stripe/webhook`. Diese Events abonnieren: `checkout.session.completed`, `checkout.session.async_payment_succeeded`, `checkout.session.async_payment_failed`, `checkout.session.expired`, `payment_intent.succeeded`, `payment_intent.payment_failed`, `charge.refunded`, `refund.created`, `refund.updated`, `charge.dispute.created`. Das Signing Secret gehört als `STRIPE_WEBHOOK_SECRET` ins Secret. Test- und Live-Endpunkt haben getrennte Secrets. - **Zahlungsarten** (Dashboard → Zahlungsmethoden): Für Ratenzahlung nur wiederverwendbare Methoden aktivieren (Karten, gegebenenfalls SEPA-Lastschrift). Checkout blendet bei Ratenzahlung ohnehin nur Methoden ein, die `setup_future_usage` unterstützen. - **Test lokal:** `stripe listen --forward-to localhost:3000/api/stripe/webhook` - **Sicherheitsnetz:** Der Worker gleicht bei abgelaufenen Reservierungen und hängenden Einzügen immer mit Stripe ab. Ein verlorener Webhook führt so nicht zu verlorenen Zahlungen. ## 5. E-Mail `MAIL_TRANSPORT=smtp` mit `SMTP_HOST`, `SMTP_PORT`, `SMTP_SECURE`, `SMTP_USER` und `SMTP_PASSWORD`. Den Absender (`MAIL_FROM`) per SPF, DKIM und DMARC für die Absenderdomain freischalten. `ADMIN_NOTIFY_EMAIL` erhält Hinweise zu „Prüfung nötig“. Nicht zustellbare Mails zeigt das Admin-Dashboard. Der Worker versucht jede Mail bis zu achtmal. ## 6. Worker Der CronJob `artista-modelcamp-worker` läuft alle 10 Minuten und kümmert sich um: - abgelaufene Reservierungen, vorher mit Rückfrage bei Stripe - hängende Einzüge - fällige Raten - das Trennen der Zahlungsmethode nach der letzten Rate - den E-Mail-Versand - das Aufräumen der Rate Limits Ein fehlgeschlagener Lauf erscheint als fehlgeschlagener Job (`kubectl -n artista get jobs`). ## 7. Sicherung und Wiederherstellung - **Sicherung:** Die NAS-Sicherung der SMB-Freigabe übernimmt das Speichersystem. Für PostgreSQL gilt das nur mit atomaren Snapshots, siehe Abschnitt 2. Im Cluster läuft kein Backup-Job. - **Logischer Dump** (empfohlen vor Updates und vor dem Live-Verkauf): ```bash POD=$(kubectl -n artista get pod -l app.kubernetes.io/name=artista-modelcamp-postgres -o name | head -1) kubectl -n artista exec $POD -- pg_dump -U artista -d artista --format=custom > artista-$(date +%F).dump ``` - **Wiederherstellen:** 1. App stoppen: `kubectl -n artista scale deploy/artista-modelcamp-app --replicas=0` und den Worker-CronJob pausieren: `kubectl -n artista patch cronjob artista-modelcamp-worker -p '{"spec":{"suspend":true}}'` 2. Einspielen: `kubectl -n artista exec -i $POD -- pg_restore -U artista -d artista --clean --if-exists < artista-YYYY-MM-DD.dump` 3. App wieder hochskalieren (der initContainer migriert dabei), Worker fortsetzen. 4. Abgleich: Zahlungen, die nach dem Sicherungszeitpunkt eingingen, im Stripe-Dashboard prüfen. Stripe stellt Webhooks bis zu drei Tage erneut zu (Dashboard → Webhooks → „Erneut senden“). - **Medien:** liegen im SMB-Ordner `modelcamp-media` und sind in der NAS-Sicherung enthalten. - **Wiederherstellung üben:** mindestens einmal vor dem Live-Verkauf in einen Test-Namespace. ## 8. Stornierung und Erstattung Die Software trifft keine Storno-Entscheidung, sie setzt sie nur nachvollziehbar um. 1. **Stornieren** (Admin → Buchung → „Stornieren“, Grund ist Pflicht): Offene Raten werden beendet, Platz und Gutschein freigegeben, die gespeicherte Zahlungsmethode getrennt und offene Checkout-Sessions geschlossen. Danach wird nichts mehr abgebucht. 2. **Erstatten** (je bezahlter Rate, Betrag frei wählbar, höchstens bis zum gezahlten Betrag): Welcher Betrag erstattet wird, bestimmen die freigegebenen Stornobedingungen. Die Erstattung wird bei Stripe ausgelöst, der Zahlungsstatus aktualisiert sich per Webhook (`charge.refunded`). Ein doppeltes Abschicken wird über einen Idempotenzschlüssel abgefangen. 3. **Prüfung nötig** entsteht bei verspäteter Zahlung ohne freien Platz, Doppelzahlung, Rückbuchung oder endgültig fehlgeschlagener Rate. Dann entweder „Buchung bestätigen“ (nur mit freiem Platz, sonst vorher Kapazität erhöhen) oder stornieren und erstatten. 4. **Dokumentation:** Alle Schritte stehen im Protokoll der Buchung (AuditLog) mit handelnder Person. ## 9. Medien Dateien (jpg, png, webp, avif, mp4, webm) direkt in den SMB-Ordner `modelcamp-media` legen, z. B. über den Windows-Explorer (`\\nas…\artista\modelcamp-media`). Die App sieht sie sofort unter `/media/`. Im Pod ist das Volume schreibgeschützt eingehängt. Danach in `src/content/site.ts` eintragen. Hotlinking fremder Bilder, etwa von Booking.com, ist nicht vorgesehen: Nur Bilder mit geklärter Nutzungsberechtigung ablegen.